Erinnerungen eines Gründungsmitgliedes

Erinnerungen des Mitbegründers und Ehrenmitglied Adolf Beck adolfbeck.jpg

Im Mai 1920 zogen drei Fußballfreunde von Basel nach Bamlach, um einen längst versprochenen Besuch abzustatten. Im gastfreundlichen Haus in Bamlach bei meinem Freund Max Bächlin kehrten wir ein. Bei einem guten Gläschen Markgräfler Wein schmiedeten wir die alte Freundschaft aufs Neue. Meine beiden leider 1969 verstorbenen Fußballfreunde waren Karli Matt und Willy Roniger – wir waren alle drei Aktive des FC Fortuna Basel.

Nachdem wir uns in Bamlach verabschiedet hatten, kehrten wir in gehobener Stimmung in Rheinweiler im Gasthaus „Zur Sonne“ ein. Hier waren einige Fußballer des FC Rheinweiler anwesend. Ein Wort gab das andere, kurzum – wir Basler versprachen ihnen unsere Mitwirkung bei den nächsten Spielen. Stammwirt des Gasthofes „Zur Sonne“ war Urgroßvater Lacher und sein Sohn Karli Lacher sowie dessen Bruder Jaqueli. Beide Söhne waren ebenfalls aktive des FCR. Damaliger Präsident war Theodor Baßler, Vizepräsident Ernst Dosenbach und Schriftführer Fritz Giesel.

Wir drei Basler hielten unser Versprechen ein und spielten 14 Tage später erstmals gegen den FC Grenzach, wobei der letztere 6:2 gewann. Von da an ging es aber aufwärts. Wir Basler hatten damals dank der Inflation und der dadurch bedingten günstigen Wechselkurse für ein paar Schweizer Franken stets mit Mark gefüllte Brieftaschen, was dem Verein zugute kam. Wir konnten der Mannschaft für die Spielsaison 1921/22 einen neuen Sportdreß anzuschaffen und gleichzeitig errangen wir im entscheidenden Spiel gegen den FC Istein mit 2:1 den Aufstieg von Kategorie C in die Kategorie B. Abends wurde der Aufstieg bei Musik und Tanz tüchtig gefeiert. Höhepunkt des Abends wurde aber das Erscheinen des Clubpräsidenten, der von einem Kontrollritt (Zoll) hoch zu Ross die Treppe herauf mitten in die fröhliche Gesellschaft ritt, wo er natürlich mit großem Hallo empfangen wurde. Die Stimmung der Anwesenden stieg immer höher bis spät in die Nacht hinein.

Unter der Führung des neuen Präsidenten Gransow wurde der Spielbetrieb ausgeweitet, wozu die Vergrößerung der Region und vermehrte Freundschaftsspiele beigetragen haben.

So spielten wir u. a. in einem Freundschaftsspiel gegen den FC Kandern. Der Transport der ganzen Mannschaft samt Anhang wurde auf einem geschmückten Leiterwagen, gezogen von zwei Ackergäulen und versehen mit einem Fässchen Vitamine (Markgräfler Wein) vorgenommen, und abends kehrten wir mit Musik und Gesang fröhlich wieder zurück. Es waren Zeiten einer vorbildlichen Kameradschaft, an die ich mich heute noch immer gern erinnere.

An dieser Stelle sei auch Herbergsmutter Oma Lacher und Familie nochmals herzlich gedankt für ihre Zuvorkommenheit und Gastfreundschaft. Leider wurde dann die schöne Kameradschaft durch die misslichen äußeren Umstände für lange Jahre unterbrochen.

Heute sitze ich manchmal bei meinen Sängerkameraden bei Wein und Gesang und denke oft an die schönen Stunden, die ich beim FC Rheinweiler verlebte. Kämen doch die Zeiten, die vergingen, wieder, käme doch die Jugend noch einmal zurück. Man müsste noch mal zwanzig sein und so begeistert Fußballspielen können wie anno dazumal.

Ich hoffe, der heutigen Generation ein Stück Fußballgeschichte aus der Gründerzeit nähergebracht zu haben und beende meine Erinnerungen mit unserem Fußballer Kantus:

Drum, ihr Fußballfreunde, haltet Wort, haltet eueren Club in Ehren, dass er blühe fort,

Mit Sportgruß! Euer Dölfi Beck, Basel 


Adolf Becks 80igster Geburtstag
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Bild: links Adolf Beck, rechts Willi Bächlin

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