von 1920 bis 1945

Es wird nun seit 90 Jahren in Rheinweiler Fußball gespielt
In diesem Jahr würde der FCR sein 90-jähriges Bestehen feiern.
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Im August 1920 wurde der Verein gegründet und Theodor Basler zum ersten Vorstand gewählt


Zu den Gründungsmitgliedern zählen: Hans Dosenbach (Kaufmann), Karl Dosenbach, Ernst Dosenbach, Ernst Fräulin, Robert Stächele, Franz Wenk, Fritz Wenk, Fritz Wenk, Martin Münser, Otto Münser, Karl Lacher, Fritz Giesel, Bernhard Giesel, Reinhard Giesel, Emil Schöchle, Theodor Schöchle, Alfred Bächlin, Max Dosenbach, Franz Stächele, Otto Stächele, Karl Marggrander, Jakob Lacher.

Die Aktiven spielten zunächst auf der sogenannten „Stelli“, bis sie ein von der Gemeinde zur Verfügung gestelltes Gelände im Rheinvorland ausroden und als Spielfeld herrichten konnten. Mit viel Arbeit und Abendstunden war dann bald der Sportplatz mit Toren entstanden, die wohl noch ohne Netz waren. Da gab es manchmal Zweifel, wo der Ball ins Tor ging.

Der erste Trainer, wenn man so sagen darf, war der Maler Karl Stächele, Sohn des Bahnvorstandes Leopold Stächele.

Als erster Gegner hatte man den FC Istein eingeladen, der dann auch in schwarz-gelb gestreiften Trikots antrat. Rheinweiler trug blau-gelb gestreifte Trikots und weiße Hosen. Istein spielte schon etwas länger, war also technisch schon besser und gewann somit das Spiel. Aber diese Niederlage konnte die Jünglinge des FCR nicht entmutigen, und eifrig wurde nun trainiert, um besser zu werden. Weiter Spiele mit Nachbarvereinen schlossen sich alsbald an.



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Spiel auf dem alten Sportplatz des FC Rheinweilererste_mannschafr_von_1922_2.jpg















Bild: Die 1. Mannschaft von 1922




Es sei noch erwähnt, dass es die jugendlichen Spieler anfangs oft schwer hatten, bis Vater und Mutter es begreifen wollten, und sie endlich selbst begeisterte Fußballanhänger waren.

In der Generalversammlung vom 5. November 1921 wurde schließlich beschlossen, die Tore mit Maschendraht zu versehen. Es darf nicht vergessen werden, dass damals nach dem ersten Weltkrieg arme Zeiten herrschten und das Geld eben knapp war.

Die am 21. Januar 1922 abgehaltene Generalversammlung brachte eine neue Vereinsführung. Der bisherige 1. Vorstand Theodor Baßler gab das Amt an Zollinspektor Gransow ab. Als 2. Vorstand wurde Reinhard Giesel gewählt, und sein Bruder Fritz Giesel zum Schriftführer ernannt.

Spielführer für die 1. Mannschaft war in dieser Zeit der junge Maschinenbautechniker Ernst Dosenbach. Die 2. Mannschaft führte Martin Münzer.

Nun kamen die Jahre der Inflation. Schwierig war es für den noch jungen Verein alle nötigen Anschaffungen vorzunehmen: Sportdress und Bälle, aber auch Zuschüsse für Spieler, Ersatz für Fahrtauslagen usw. Die Arbeitslosigkeit machte sich überall bemerkbar. Aber aus dieser Not entstand eine eiserne Kameradschaft, und der verdienende Mitspieler stand finanziell oft für den arbeitslosen Kollegen ein. Durch Weihnachtsfeiern mit Theateraufführungen und Fastnachtsveranstaltungen versuchte sich der Verein stets finanziell zu stärken, was ihm auch gelang. Es wurden auch andere Möglichkeiten ausgenutzt: So wurden für eine Aufnahme in den Verein 10,- RM erhoben.

In den ersten zwanziger Jahren spielten etliche Spieler aus Basel in der 1. Mannschaft. Es waren dies: Adolf Beck, Karl Matt, Wilhelm Roninger, Karl Streich. Sie waren gute und treue Vereinskameraden und ließen den Mitspielern und dem Verein manche Unterstützung zukommen.

Es sei ihnen dafür heute noch gedankt, soweit sie auch noch unter uns weilen können. Auch Gastvereine kamen oft aus Basel. So ist beim am 15.Juli 1922 abgehaltenen Stiftungsfest der FC Basel genannt (wohl nicht die erste Garnitur), dem dann auch ein Pokal zum Zeichen der Freundschaft überreicht wurde. Etliche Jahre spielten auch aus Kleinkems Luis Freimann und Karl Hofer in der 1.Mannschaft, aus Bamlach Eugen Mayer.

Zur Vereinsgeschichte noch einige Glossen aus der Inflationszeit: So lesen wir in dem Protokoll der Versammlung vom 19. Mai 1923, dass der Monatsbeitrag auf 500,- RM angehoben werden sollte. Bei einem Spiel gegen den FC Friedlingen wurde eine Spieleinnahme von 10.877,- RM verzeichnet.

Die Generalversammlung am 14. Juli 1926 brachte einen Führungswechsel. Der bisherige Vorstand Herr Gransow verzichtete auf eine Wiederwahl. So wurde zum 1.Vorstand Ludwig Rabus, zu dessen Stellvertreter Fritz Giesel und zum Schriftführer und Kassierer Willi Reuter gewählt. Als Jugendleiter wurde Hermann Gransow und als Jugendspielführer Richard Dosenbach bestimmt.

Die Generalversammlung am 20. Februar 1927 erbrachte für den Verein die ersten Ehrenmitglieder.

Es wurden ernannt:
1. Leopold Stächele
2. Hermann Gransow sen.
3. Karl Stächele (Leopolds Sohn)
4. Theodor Baßler (Gründungsvorstand)

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Im Jahre 1922 (von links nach rechts)

Hintere Reihe: Karl Wolf, Emil Schöchlin, Martin Münzer, Frau Matt, Karl Matt, Frau Beck, Adolf Beck, Rudolf Giesel, Ernst Fräulin, Max Dosenbach

Mittlere Reihe: Ernst Dosenbach, Lehrer Fichter, Ludwig Freimann, Fritz Wenk, Hildegard Gransow, Eugen Feuerbach, Hermann Gransow, Jakob Lacher, Bernhard Giesel

Sitzend: Karl Lacher, Franz Steiert, Frau Gransow, Hermann Gransow (1.Vorsitzender), Fräulein Reiter, Fritz Giesel, Wilhelm Roninger


Die damalige Jugendmannschaft bedeutete einen guten Nachwuchs für die erste Mannschaft. Sie wurde im Jahre 1928 Gruppenmeister und rückte später vollzählig zur ersten Garnitur auf. Dazu gehörten: Richard Dosenbach, Leonhard Dosenbach, Walter Fritz, Bernhard Heftle, Heinrich Baßler, Hans Dosenbach (Steffi), Peter Dosenbach, Wilhelm Reuter, Erwin Strittmatter, Ferdinand Wenk, Johann Wenk, Albrecht Heftle, Rudolf Wenk, Max Schöchle, Hermann Fräulin, Edmund Stächele, Artur Wenk und Leopold Fräulin.

Lange Zeit spielten im Verein auch die Brüder Fritz und Hermann Schropp, Franz Marie und Walter Westermann aus Bellingen sowie Oskar Kuhn aus Bamlach.

Die Zeit, in der die vorgenannten Aktiven den Verein vertraten, kann man wohl als eine Blütezeit des Vereins betrachten. Die Mannschaft des Vereins war von den Nachbarvereinen sehr geachtet, stand diese doch lange Zeit in der Verbandstabelle an der Spitze.


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Jugendmeister 1928 (von links nach rechts)

Stehend: Richard Dosenbach, Artur Wenk, Bernhard Heftle, Erwin Strittmatter, Max Schöchle, Hans Dosenbach, Johann Wenk, Leopold Fräulin, Walter Fritz, Ludwig Rabus

Kniend: Heinrich Basler, Ferdinand Wenk, Leonhard Dosenbach


Die außerordentliche Generalversammlung am 1.November 1929 brachte wieder eine neue Vereinsführung. Der bisherige 1.Vorstand Ludwig Rabus erklärte am 25.Oktober 1929 seinen Austritt aus dem Verein. An seiner Stelle wurde Gärtnermeister Georg Feck gewählt, Stellvertreter wurde Fritz Giesel. Als Schriftführer waltete derzeitig Heinrich Baßler, Kassierer war Ferdinand Wenk.

Lange Jahre versah Fritz Wenk (Unterdorf) den Posten des Schriftführers, und in der und in der Generalversammlung vom 5.Februar 1930 löste er Heinrich Baßler wieder ab. Doch schon in der Monatsversammlung am 2.April 1930 wirkte Richard Dosenbach als 2. Schriftführer, der dann in der Generalversammlung am 4.Februar 1931 als erster Schriftführer bestätigt wurde. Fritz Giesel wurde 1. Vorstand, Ernst Ott Kassierer. Dieser versah als örtlicher Schuhmachermeister auch den Posten des Ballwartes. Aus dem Spielbericht des Spielführers der 1. Mannschaft Leonhard Dosenbach vernimmt man schöne Erfolge und somit einen Aufstieg. Im August 1930 konnte der Verein auch das 10. Stiftungsfest feiern, wobei sechs Gastvereine mitwirkten.

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Im Jahre 1930 (von links nach rechts)

Stehend: Max Schöchle, Hans Dosenbach, Fritz Wenk, Peter Dosenbach, Hermann Fräulin, Erwin Strittmatter, Oskar Kuhn, Ferdinand Wenk, Leonhard Dosenbach, Heinz Ott, Fritz Giesel

Kniehend: Albrecht Heftle

Im Jahre 1931 wurde auf dem Sportplatz auf der westlichen Seite ein Bodenabtrag vorgenommen und somit das Spielfeld sehr verbessert. Das Spielfeld wurde zum Freundschaftsspiel gegen den FC Mühlhausen (Elsass) am Ostermontag 1931 fertig. Der Gastverein wurde auf dem Rathausplatz von Bürgermeister Alfred Dosenbach empfangen. Auch der Gesangverein wirkte bei dem sehr freundschaftlich gehaltenen Empfang mit. Auf dem Sportplatz begrüßte Hauptlehrer Bohn in der Halbzeit des Spieles die Spieler des FC Mühlhausen und überreichte ihnen ein Blumengebinde als Zeichen der sportlichen Verbundenheit. Das Rückspiel in Mühlhausen sollte am 10.Mai 1931 auf Einladung des Gastvereins stattfinden. In der Einladung bedankten sich die Gäste aus dem Elsass nochmals für die gute Aufnahme und Bewirtung am Ostermontag. Leider wurde aus dem Rückspiel nichts, weil dem vollbesetzten Bus eine Grenzüberfahrt bei Neuenburg nicht gestattet wurde.

Die Vorstandswahl in der Generalversammlung am 3.Februar 1932 bestätigte Fritz Giesel als 1.Vorstand, Ferdinand Wenk als 2.Vorstand, Richard Dosenbach als Schriftführer und Ernst Ott als Kassierer.

Durch den Einzug von aktiven Spielern zur Wehrmacht wurde der Verein sehr geschwächt und schon vor Kriegsausbruch musste der Spielbetrieb eingestellt werden. In den folgenden Kriegsjahren 1938 bis 1945 ruht vollends die Vereinstätigkeit.

Der Verein hatte nachstehende aktive Mitglieder als Gefallene und Vermisste zu verzeichnen:

Bernhard Heftle, Albrecht Heftle, Max Schöchle, Rudolf Wenk und Peter Dosenbach.

Der Verein hatte auch ein Gründungsbuch was bis auf den heutigen Tag als verschollen gilt.

Das Bild unten zeigt den alten Sportplatz wo heute die Autobahn drüber geht.

 

 

 

 

 

 

 

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Quelle: Bundesarchiv

 
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